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Einkommen der Urner Landwirtschaft stagniert weit unter dem schweizerischen Durchschnitt

Die AGRO-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH hat wiederum eine Statistik über die Urner Landwirtschaft erstellt. Leider konnte der Bericht nicht wie üblich den bäuerlichen Organisationen und Landräten vorgestellt werden, da das vom Bauernverband Uri jährlich organisierte Treffen infolge den geltenden Corona-Schutzmassnahmen abgesagt werden musste.

 

Das Einkommen der Urner Bäuerinnen und Bauern hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen. Für 2019 beträgt es im Durchschnitt der 117 ausgewerteten Betriebe Fr. 39’200.- Das ist deutlich unter den Vergleichswerten der Bergbetriebe aus der ganzen Schweiz. Diese erreichten ein durchschnittliches landwirtschaftliches Einkommen von Fr. 54’400.-. Im Gegensatz zum durchschnittlichen landwirtschaftlichen Einkommen der Bergbetriebe Schweiz, welches auch dieses Jahr wieder angestiegen ist, stagniert das Einkommen der Urner Landwirtschaft über die letzten fünf Jahre auf tiefem Niveau.

Das durchschnittliche Einkommen der ausgewerteten Urner Landwirtschaftsbetriebe hat um rund 1.7% abgenommen, dies allerdings bei leicht höheren Abschreibungen. Die Nachwirkungen der Trockenheit im 2018 sowie die erheblichen Engerlingsschäden im 2019 führten zu Ertragseinbussen und Mehrkosten im Futterbau. Auf der anderen Seite profitierten die Betriebe von stabilen Preisen bei der Milch und beim Zucht- und Nutzvieh sowie von überdurchschnittlich guten Preisen beim Schlachtvieh. Die Direktzahlungen bei den ausgewerteten Betrieben sind rückläufig. Dies zeigt, dass sich die agrarpolitischen Massnahmen bei den Urner Landwirtschaftsbetrieben weniger effizient auswirken. Auf den im Vergleich mit der schweizerischen Bergregion kleinflächigen Urner Betrieben wirkt sich die vermehrte Unterstützung der Extensivierung weniger aus. Der Betriebsleiter muss sich entscheiden zwischen dem Ertrag aus der Tierhaltung oder dem Ertrag aus den Direktzahlungen für eine extensivierte Fläche. Wenn wenig Fläche vorhanden ist, wird er sich weniger für eine Extensivierung entscheiden.

Innerhalb vom Kanton Uri besteht eine deutliche Differenz zwischen der Hügelregion (Talboden) und der Bergregion. Die landwirtschaftlichen Einkommen in der Hügelregion sind deutlich höher als in der Bergregion. Pro Betrieb gerechnet sind die Infrastrukturkosten der Urner Betriebe leicht gesunken. Die grössten Kosten fallen bei Maschinen und Gebäuden an. Bei einer guten Arrondierung kann eine Betriebsvergrösserung mithelfen, die Strukturkosten zu tragen und auf mehr Hektaren oder GVE zu verteilen. Ein konsequentes Kostenmanagement bleibt auch in Zukunft für die Landwirte wichtig. Die Statistik zeigt allerdings auf, dass der Grösseneffekt mit zunehmender Fläche abflacht. Dies ist der Fall, wenn wegen der Mehrfläche in den Stall oder in zusätzliche Maschinen investiert werden muss.

Im Gegensatz zu den landwirtschaftlichen Einkommen haben die Nebeneinkommen zugenommen. Sowohl das Gesamthaushaltseinkommen wie auch der Privatverbrauch liegen leicht unter dem Vorjahresniveau. Es zeigt sich, dass die Urner Bauernfamilien im Durchschnitt die Einnahmen und Ausgaben über das Gesamtunternehmen im Griff haben. Die Eigenkapitalbildung ist vergleichbar mit den Werten aus der schweizerischen Bergregion. Die Eigenkapitalbildung der Urner Betriebe beträgt über die ausgewerteten Betriebe CHF 10'400 und ist lediglich CHF 3'200 unter dem Vergleichswert. Die tieferen Einkommen in der Urner Landwirtschaft werden mit tieferen privaten Ausgaben kompensiert.

Die Spannbreite der landwirtschaftlichen Einkommen von den wirtschaftlich schlechteren zu den besten Betrieben ist sehr gross. Während einzelne Betriebe erfolgreich wirtschaften, kämpfen andere um das Überleben ihres Betriebes. Eine Vielzahl von Faktoren entscheiden über den Erfolg eines Landwirtschaftsbetriebes und dementsprechend hoch sind die Anforderungen an die Betriebsleiter und die Bauernfamilien.

Lagebericht 2019

AGRO-Treuhand Uri, Nid- und Obwalden GmbH

Bauernverband Uri